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Baustein Lions-Quest-Konzept

Dietrich-Bonhoeffer-Realschule
Schwelm
Städtische Realschule für Jungen und Mädchen

 

logodbr

 

Auszug aus dem Lions-Quest-Konzept der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule

 

Übersicht:

  1. Rechtliche Grundlage/Bezug
  2. Ziele des Lions-Quest-Programmes
    1. Die Grundkonzeption
    2. Grundlegende Kompetenzen
    3. Konkrete Umsetzung des Lions-Quest-Programmes an der DBR
    4. Ist-Zustand und Ausblick auf kommende Schuljahre
    5. Themenverteilung
    6. Methoden zur Umsetzung des Programms im Unterricht

 

1. Rechtliche Grundlage/Bezug

Schulgesetz NRW §2: Bildungs-und Erziehungsauftrag der Schule
„(1) Die Schule unterrichtet und erzieht junge Menschen auf der Grundlage des Grundgesetzes und der Landesverfassung. Sie verwirklicht die in Artikel 7 der Landesverfassung bestimmten allgemeinen Bildungs-und Erziehungsziele.
[…]

(4) Die Schule vermittelt die zur Erfüllung ihres Bildungs-und Erziehungsauftrags erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Werthaltungen und berücksichtigt dabei die individuellen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler. Sie fördert die Entfaltung der Person, die Selbstständigkeit ihrer Entscheidung
en und Handlungen und das Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl, die Natur und die Umwelt. Schülerinnen und Schüler werden befähigt, verantwortlich am sozialen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, beruflichen, kulturellen und politischen Leben teilzunehmen und ihr eigenes Leben zu gestalten.
[…]

(5) Die Schülerinnen und Schüler sollen insbesondere lernen 1. selbstständig und eigenverantwortlich zu handeln […].“

 

Schulgesetz NRW §29: Unterrichtsvorgaben
„[…] (2) Die Schulen bestimmen auf der Grundlage der Unterrichtsvorgaben nach Absatz 1 in Verbindung mit ihrem Schulprogramm schuleigene Unterrichtsvorgaben
[…].

(3) Unterrichtsvorgaben nach den Absätzen 1 und 2 sind so zu fassen, dass für die Lehrerinnen und Lehrer ein pädagogischer Gestaltungsspielraum bleibt.

2. Ziele des Lions-Quest-Programmes

1. Die Grundkonzeption

Das Lions-Quest-Programm “Erwachsen werden” beinhaltet ein Konzept für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I zur Förderung der Persönlichkeit, der sozialen Kompetenz und der Gesundheit. Es wendet sich an Kinder im Alter von ca. 10 bis 15 Jahren und möchte ihnen helfen, den Übergang von der Kindheit in die Erwachsenenwelt zu erleichtern.

“Erwachsen werden” bedeutet, Jugendliche mit den Problemen ihres Alters und Alltags ernst zu nehmen, auf ihre Gefühle einzugehen und ihnen den Wert gesellschaftlicher Werte im Umgang mit ihnen selbst zu verdeutlichen. Dabei stehen die Grundwerte Toleranz und Achtung anderen Menschen gegenüber,  Verantwortung für sich und andere übernehmen sowie Engagement für sich und andere zeigen im Mittelpunkt. Im Präventionsunterricht sollen die Schülerinnen und Schüler komplexe soziale und persönliche Fähigkeiten im Verhaltenstraining erlernen, damit sie Belastungen des täglichen Lebens besser bewältigen und Widerstandsfähigkeit gegen die Risiken der Pubertät, z.B. Jugendkriminalität, Gewaltbereitschaft und Missbrauch von Suchtmitteln, entwickeln können.
“Das Programm will die Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, ihr Selbstvertrauen und ihre kommunikative Kompetenz zu stärken, Kontakte und Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, Konflikt-und Risikosituationen in ihrem Alltag zu begegnen und für Probleme, die gerade die Pubertät gehäuft mit sich bringt, konstruktive Lösungen zu finden.”1
Gleichzeitig möchte der Unterricht mit diesem Programm jungen Menschen Orientierung beim Aufbau eines eigenen, sozial eingebundenen Wertesystems anbieten. Damit ordnet sich das Konzept von Lions-Quest „Erwachsen werden“ in den Ansatz der Life-Skills-Erziehung (Lebenskompetenz-Erziehung) ein, dem von der aktuellen Forschung die größten Erfolgsaussichten bei der Prävention (selbst-) zerstörerischer Verhaltensweisen (Sucht-und Drogenabhängigkeit, Gewaltbereitschaft, Suizidgefährdung) zugesprochen werden.
„Lebenskompetent ist, wer sich selbst kennt, empathisch ist, kommunizieren und Beziehungen führen kann, wer kritisch und kreativ denkt, wer durchdachte Entscheidungen trifft, erfolgreich Probleme löst und wer Gefühle und Stress bewältigen kann.“ (WHO, 1994).
Das Programm wird schon seit Jahren in Deutschland getestet und soll viele positive Auswirkungen auf das Klassenklima und den Unterricht haben.
Die Lehrerinnen und Lehrer berichten auch von einem besseren Verhältnis zu ihren Schülerinnen und Schülern, von einer Förderung des eigenverantwortlichen Arbeitens und von einer Abnahme verbaler Aggressionen. Damit ist nachgewiesen, dass „Erwachsen werden” das Sozialverhalten in den beobachteten Klassen grundlegend verbessert hat. Davon profitiert auch der Fachunterricht. Das Programm hat aber auch Auswirkungen auf die Lehrerinnen und Lehrer. Immerhin 75 % von ihnen haben ausgesagt, dass ihre Fähigkeiten zur Förderung von Gruppenprozessen und zur Vermittlung sozialer Kompetenzen zugenommen haben. Somit bietet uns das Lions-Quest-Programm eine gute Möglichkeit, uns als Lehrerinnen und Lehrer bei unserem Erziehungsauftrag zu unterstützen.
„Die Vermittlung von sozialen Kompetenzen ist das wirkungsvollste Instrument zur Verminderung jugendlichen Problemverhaltens. Sie wirkt gegen Versagen in der Schule, Jugendkriminalität, Gewaltbereitschaft und Missbrauch von Suchtmitteln.” Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, Jugendforscher, Universität Bielefeld

2. Grundlegende Kompetenzen
Grundlegende Kompetenzen, die im Rahmen des Lions-Quest-Programmes „Erwachsen werden“ gelernt werden sollen, sind:

 

  1. Selbstwahrnehmung:
    Fähigkeit, sich selbst mit Stärken und Schwächen, Wünschen und Abneigungen wahrzunehmen und zu verbalisieren
  2. Umgang mit Gefühlen: Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle zu erkennen, zu verbalisieren und zu wissen, wie Gefühle unser Handeln beeinflussen
  3. Empathie: Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, sie besser zu verstehen und zu akzeptieren
  4. Kommunikative Kompetenz: Fähigkeit, sich in verschiedenen Situationen angemessen verbal und nonverbal auszudrücken
  5. Beziehungskompetenz: Fähigkeit, positive Beziehungen zu Gleichaltrigen und in der eigenen Familie aufzubauen und aufrechtzuerhalten
  6. Entscheidungskompetenz: Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und die Auswirkungen vorab zu bedenken
  7. Kritisches Denken: Fähigkeit, Informationen und Erfahrungen zu analysieren sowie beeinflussende Faktoren zu erkennen und zu bewerten
  8. Kreatives Denken: Fähigkeit, Alternativen zum eigenen und zum Verhalten anderer zu erkennen und flexibel zu reagieren
  9. Problemlösekompetenz: Fähigkeit, Probleme aktiv anzugehen und Konflikte auf dem Verhandlungsweg zu lösen
  10. Stressbewältigung: Fähigkeit, Stress verursachende Situationen zu erkennen, zu kontrollieren und sich zu entspannen

3. Konkrete Umsetzung des Lions-Quest-Programmes an der DBR

3.1. Ist-Zustand und Ausblick auf kommende Schuljahre
Zurzeit wird das Lions-Quest-Programm „Erwachsen werden“ mit einer Wochenstunde im Stundenplan der 5., 6. und 7. Jahrgangsstufe umgesetzt.
Es wird vom Klassenlehrer bzw. von der Klassenlehrerin unterrichtet.
Für die kommenden Schuljahre ist geplant, dass auf Dauer alle Kollegen/Innen an einer Lions-Quest-Fortbildung teilnehmen sollten, um das Programm auch weiterhin
professionell in der Klasse umsetzen zu können.
An drei Tagen werden die Teilnehmer/innen von speziell ausgebildeten Trainerinnen und Trainern in verschiedenen Seminaren praxisorientiert geschult, begleitet und fortgebildet. Organisiert und betreut wird das Programm vom Hilfswerk der Deutschen Lions e. V. (HDL). (…)

3.2. Themenverteilung

1. Teil – Ich und meine (neue) Gruppe
Der erste Teil beschäftigt sich mit Fragen der eigenen Person: Wer bin ich? Wer sind die anderen? Wie gehen wir miteinander um? Welche Bedeutung hat die Gruppe und wie beeinflusst sie mich? Diese Themen schaffen die Grundlage für eine vertrauensvolle und konstruktive Lernatmosphäre und damit für die gemeinsame Arbeit mit den  weiteren Teilen des Programms. Als Angebot sind Themen eingefügt, die helfen können, die begonnene bzw. bevorstehende Lebensphase der Pubertät besser zu verstehen  und zu bewältigen.
Dieser Teil bietet gerade für den Übergang von der Grundschule zur Realschule eine gute Unterstützung in den Phasen der Gruppenbildung.
Er hilft bei der Zeit des Kennenlernens, befasst sich mit der Förderung der Klassengemeinschaft und soll Orientierungs-und Integrationshilfen geben. Der respektvolle  Umgang miteinander und das Entwickeln von Verhaltensregeln spielen dabei eine große Rolle. Für eine konstruktive Lernatmosphäre ist ein gutes Klassenklima  unabdingbar–wo man sich wohl fühlt, lernt man besser.

2. Teil – Stärkung des Selbstvertrauens
Ein angemessenes realistisches Selbstvertrauen ist für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen von zentraler Bedeutung. Was ist eigentlich Selbstvertrauen? Worauf  gründet sich mein Selbstvertrauen? Wie kann ich mein eigenes oder auch das Selbstvertrauen anderer stärken? Sich der eigenen Fähigkeiten und Stärken bewusst werden,  diese auch einzusetzen und dafür Anerkennung zu bekommen, fördert die Ausbildung eines gesunden Selbstvertrauens.

3. Teil – Mit Gefühlen umgehen
„Ich verstehe mich und meine Gefühle besser.“ Die Kinder und Jugendlichen werden in der Fähigkeit gefördert, eigene Gefühle wahr und ernst zu nehmen, sie zu  akzeptieren, auszudrücken und als etwas zu begreifen, das ihnen bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit hilft. Ein wichtiges Thema in diesem Teil ist auch der Umgang  mit belastenden Situationen.

4. Teil – Die Beziehungen zu meinen Freunden
„Ich tue etwas für meine Freundschaften.“ Wie kann man echte Freund schaften aufbauen, weiterentwickeln, verbessern? Welchen Einfluss hat die Clique? Wie hält man  Gruppendruck stand? Wie kann man Meinungsverschiedenheiten oder Konflikte in einer Freundschaft konstruktiv lösen? Wie geht man mit Enttäuschungen, mit einem  Verlust um?

5. Teil – Mein Zuhause
Wo ist mein Zuhause? Die Zusammensetzung der Familien und das Zusammenleben haben sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Welche Erwartungen und Wünsche  haben Kinder und Jugendliche, was empfinden sie als enttäuschend oder konfliktträchtig? Dieser Teil regt an, die Beziehungen innerhalb des eigenen Zuhauses und in  anderen Familien zu reflektieren und Schritte zur Verbesserung der Beziehungen oder zur Lösung von Konflikten zu probieren.

6. Teil – Es gibt Versuchungen: Entscheide dich
„Ich treffe meine Entscheidungen.“ In diesem Teil geht es um das Problem der Verantwortung eigener Entscheidungen u.a. zu den Themen Lebensstil, Umgang mit dem  eigenen Körper, berufliche Zukunft. Hier werden auch Informationen über Suchtmittel und Fragen des Suchtverhaltens aufgegriffen: z.B. Wirkung von Tabak, Alkohol,  illegalen Drogen, die Rolle der Werbung und der Medien, Vermeidung von Suchtverhalten.

7. Teil – Ich weiß, was ich will
„Ich weiß, was ich will.“ Kinder und Jugendliche haben viele Träume und Hoffnungen, was sie einmal in ihrem Leben erreichen möchten. Doch damit ihre Träume und  Hoffnungen Realität werden können, müssen sie sich Ziele setzen und sich auf den Weg machen. Mit Überlegung, Anstrengung, Geduld und Selbstdisziplin lässt sich Vieles erreichen. Der letzte Teil von „Erwachsen werden“ vermittelt Hilfen zu diesem Weg. (…)

1 aus: http://lions-quest.de -Ziele, Stand: 07.09.2009